Verabschiedung von Schulleiter Hans-Jürgen Schumacher in Ehrenburg 

„Habe meinen Traumjob gemacht“ 

Aktualisiert: 14.07.202021:11

Das Kollegium mit Chef Hans-Jürgen Schumacher (am Rednerpult).

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© S. Wendt

Das Kollegium mit Chef Hans-Jürgen Schumacher (am Rednerpult). 

Ehrenburg – Echte Pauken und Trompeten fehlten zwar, doch die „Kulturveranstaltung“, der die Gäste am Dienstagabend in der Turnhalle in Ehrenburg unter Wahrung aller Auflagen beiwohnten, bestach dennoch durch mitunter markante Töne. Die Gestaltung der offiziellen Verabschiedung von Hans-Jürgen Schumacher als Schulleiter der Oberschule Schwaförden mit Außenstelle Ehrenburg nach fast fünf Jahrzehnten im Schuldienst hatte der mitdefiniert.

So wurde es ein pointierter Blick zurück: ein Zusammensein mit „ehemaligen und ganz ehemaligen“ Kollegen. Mit Menschen, die Musik und Gesang genauso lieben, wie er. Mit der Beichte, warum er am 16. Juni 1979 nicht zum Unterricht erscheinen konnte. Mit Dank an die „Pizza-Connection“ (die Treffen des Vorstandes des Fördervereins der Oberschule fanden „beim Italiener“ statt). Mit Dank an den Schulträger und die Schulleiter-Kollegen, Freunde, Nachbarn: Die Liste wird vorgelesen („Nee, den lass ich mal aus“). Schumacher erklärt in seiner locker-bestimmten Art bei der Begrüßung, dass alle mit Grund eingeladen sind: „Ihr gehört zu dem, was mit mir passiert. Schule ist nicht mein ganzes Leben. Wenn gefragt wird: Was ist das für’n Typ? Dann muss ich sagen: Ihr gehört dazu.“ Es sei ihm eine Ehre gewesen, mit diesem Kollegium zusammengearbeitet zu haben. „Kulturgut ist geil: Wenn es uns nicht geben würde, müsste man uns erfinden.“ Familie sei da, wo das Leben spielt. Stete Vorgabe seiner Frau Martina: „Wehe, du haust den Lehrer raus.“ Hans-Jürgen Schumacher schüttelt den Kopf: „Ich habe meinen Traumjob gemacht.“ Doch wie den beenden? „Ich weiß es jetzt: Ich gehe in die Sommerferien – und komme einfach nicht wieder.“

Sein „demokratorischer Führungsstil“ kam bei den Kollegen an: Strophen auf den scheidenden Kollegen umdichten – das passt für „Lehrer sind Schweine“ ebenso gut wie „Don’t worry – Hans-Jürgen“ und „Inside Outside – Surfin’ Ehrenburg“, wie der Lehrerchor stimmgewaltig unter Beweis stellt.

Konrektorin Insa Meyer bricht aber doch die Stimme. Sie verabschiede nicht den Mann, die Persönlichkeit, den Chef, sondern den „Menschen aus unserer Mitte“. Warmherzig und authentisch sei der, einer, der die Schüler respektiert und stets ein offenes Ohr für sie hatte: „Ich zieh’ den Hut vor dem Chef und verneige mich vor dem Menschen Hans-Jürgen Schumacher.“

Weit angereist waren Keith und Susanne Hopcroft, Freunde, aber auch Profimusiker aus Kopenhagen, die ein ganz privates Gastspiel gaben. Manchmal ist das Leben eben doch ein Wunschkonzert.